Fünf Gründe, warum E-Busse im ÖPNV sinnvoll sind

Ende Mai erfolgte auf unserem Betriebshof Böllenfalltor der Aufbau der Ladeinfrastruktur für unsere künftige E-Busflotte. Und endlich, Mitte 2020, werden auch sechs vollelektrische Standardbusse vom Typ eCitaro bei uns eintreffen. Weitere E-Busse sollen zeitnah folgen, ihre Beschaffung ist ausgeschrieben. Bis 2025 wollen wir den Busverkehr vollständig auf batteriebetriebene E-Busse umstellen und damit auf allen unseren Linien einen lokal emissionsfreien Nahverkehr realisieren.

Doch was spricht für die Umstellung auf E-Busbetrieb? Aus unserer Sicht gibt es fünf starke Argumente.

1. Jährlich 2,5 Mio. Liter Dieselkraftstoff weniger durch E-Busse

Indem wir auf fossile Brennstoffe im Busbetrieb verzichten, sparen wir nach Abschluss der Umstellung unserer gesamten Busflotte auf Elektromobilität jährlich ca. 2,5 Mio. Liter Dieselkraftstoff und damit ca. 6.600 Tonnen CO2 ein. Der Umweltvorteil der E-Busse wird insbesondere dadurch besonders groß, dass wir unsere Busse – wie übrigens unsere Straßenbahnen auch – ausschließlich mit Ökostrom „betanken“. Wir senken damit also unsere CO2-Emissionen praktisch auf Null oder andersherum formuliert: Wir erreichen eine Einsparung im Buslinienverkehr von 100%.

2. Weniger Lärm, längere Lebensdauer

E-Busse sind leiser und verursachen weitaus weniger Lärm. Damit verbessern sie die Aufenthaltsqualität in den Innenstadtbereichen. Elektromotoren laufen ruhiger, denn sie funktionieren ohne Verbrennungsprozesse und daher auch ohne vibrierende Kolben. Das macht sie für den Fahrgast deutlich komfortabler. Zudem haben sie aus diesem Grund auch kaum Verschleiß und erfordern weniger Wartungsaufwand, weil viele Betriebsmittel wie Motor- und Getriebeöl, oder Bauteile wie Keilriemen oder Abgasreinigungssysteme und damit auch die dazugehörigen Arbeiten wegfallen. Das spart weitere Ressourcen und stärkt den Nachhaltigkeitsfaktor. Damit verbunden erwarten wir eine höhere Lebensdauer von etwa 16 Jahren – vier Jahre mehr als bei einem herkömmlichen Dieselbus.

E-Bus
Einer unserer ersten E-Busse in 2020 ist ein eCitaro

3. Batterien werden weiter verwertet

Wir gehen davon aus, dass im „Lebenszyklus“ eines Elektrobusses einmal ein Batteriewechsel notwendig wird. Die Batterien haben deshalb noch lange nicht ausgedient, sondern werden als Zwischenspeicher weitergenutzt. Denn mehrere dieser Akkus können als Bündel zum Beispiel Energie aus Photovoltaik-Anlagen für den späteren Gebrauch zwischenspeichern. Die Möglichkeit Strom zwischenzuspeichern, hilft Auslastungsspitzen im Stromnetz zu vermeiden. Angebot und Nachfrage können durch intelligentes Lademanagement von regenerativen Energien besser aufeinander abstimmt werden.

Die Batterie ist der „Tank“ des E-Busses. Muss sie getauscht werden, kann sie als Zwischenspeicher weiterverwendet werden.
Die Batterie ist der „Tank“ des E-Busses. Muss sie getauscht werden, kann sie als Zwischenspeicher weiterverwendet werden.

 

4. Energie und Verkehr – eine sinnvolle Symbiose

Damit sind wir schon bei einem weiteren Vorteil: der sogenannten Sektorenkopplung. Wir betreiben unsere E-Busse ausschließlich mit Ökostrom aus regenerativen Energiequellen und laden sie betriebsbedingt vornehmlich nachts. Das heißt, wir rufen unseren Strombedarf dann ab, wenn er anderweitig eher weniger gebraucht wird. Diese antizyklische Stromabnahme ist für die Ökostrombranche von Vorteil: Denn beispielsweise Wind- und Wasserkraftwerke produzieren auch nachts Strom, wenn der Energiebedarf der Industrie und der Privathaushalte deutlich niedriger ausfällt. Derzeit werden sie nachts oft vom Netz genommen, um eine Überproduktion zu vermeiden. Durch ein intelligentes Lademanagement werden die Sektoren Energie und Verkehr sinnvoll gekoppelt. Bei uns wird das in der Zusammenarbeit mit der ENTEGA AG schon praktisch umgesetzt. So hat die ENTEGA mit ihrer Expertise den Aufbau der Ladeinfrastruktur auf dem Betriebshof Böllenfalltor übernommen.

Zur Ladeinfrastruktur gehören  auch zwei Trafostationen, eine kann 36 Busse  mit Strom versorgen.
Zur Ladeinfrastruktur gehören auch zwei Trafostationen. Eine kann 36 Busse mit Strom versorgen.

 

5. Betriebskonzept sichert Zuverlässigkeit

Wir kennen unser Liniennetz und können daher den Einsatz unserer Fahrzeuge genau planen. Durch unsere Einsatzplanung können wir die Akkus gleichmäßig nutzen und benötigen zudem nur an einem festen Standort – dem Betriebshof – eine Ladeinfrastruktur.

 

Weitere Informationen rund um das Thema E-Busse

Mehr als Plug & Play für E-Busse: Ein komplette Systemumstellung

Mit dem Kauf von E-Bussen ist es nicht getan. Die Umstellung auf vollelektrischen Busbetrieb erfordert zahlreiche Anpassungen an den Betriebsabläufen und ist mehr Arbeit als man denkt. Was alles zu tun ist, haben wir hier beschrieben.

 

Fakten, Fakten, Fakten: Fragen und Antworten zu unseren E-Bussen im  FAQ E-Busse

Wir haben die häufigsten Fragen und Antworten zu unseren zusammengestellt.

Hier findet man Informationen zu den Fahrzeugen, zum Betriebskonzept, zur Finanzierung u.v.m.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.