Miteinander sprechen: Bauen im Dialog

Baustellen sind laut, Baustellen sind dreckig, Baustellen stören – so lautet oft die pauschale Kritik.

Und ja, es stimmt, Baustellen produzieren Lärm und Schmutz, das lässt sich nicht vollständig vermeiden. Aber Baustellen sind gerade für den schienengebundenen öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) unumgänglich. Denn die Infrastruktur ist in die Jahre gekommen, so gibt es in Darmstadt beispielsweise auf der Linie 3 Gleisabschnitte, die noch aus den 1960er Jahren sind, oder Haltestellen entsprechen nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik. Sanierung und Erneuerung sind aber nur eine Art von Baumaßnahmen. Um den ÖPNV auf der Schiene zu stärken, muss die bestehende Infrastruktur ausgebaut werden, das heißt, es braucht auch neue Straßenbahnstrecken wie die Anbindung des TU Campus Lichtwiese oder die vorgesehene Verlängerung der Linie 3 ins Ludwigshöhviertel.

Erst kommt die fachliche Abstimmung

Wir können also auf Baumaßnahmen nicht verzichten. Aber wir unternehmen Einiges, um Einschränkungen und Betroffenheiten von Anwohnern, Verkehrsteilnehmern und Fahrgästen möglichst gering zu halten. Größere Baumaßnahmen setzen wir in der Regel in Ferienzeiten um, da hier das Verkehrsaufkommen erfahrungsgemäß geringer ist und deshalb mit weniger Auswirkungen auf Pendler und andere Verkehrsteilnehmer zu rechnen ist. Vor dem Beginn der eigentlichen Bauarbeiten gibt es viele Besprechungen mit allen relevanten Stellen. Bei größeren Baumaßnahmen wie dieses Jahr in den Osterferien in der Rheinstraße oder für die Lichtwiesenbahn, bedarf es einer detaillierten Ausführungsplanung, bevor die ersten Bagger rollen können. Diese Planung wird dann mit den Behörden und Ämtern abgestimmt und es muss vonseiten der Straßenverkehrsbehörde eine verkehrsrechtliche Anordnung erteilt werden.

Alle Anwohner werden gesondert informiert

Parallel zu diesen fachlichen Gesprächen schauen wir uns die Nachbarschaft an und überlegen uns, welche Anwohner wir wie und wann über die geplanten Bauarbeiten informieren müssen. Die Kommunikation hängt dabei immer vom Umfang und der Dauer der Maßnahmen ab. Sind die Einschränkungen groß, muss natürlich früher und umfassender informiert werden als bei Arbeiten, die nur wenige Tage dauern, wenig Lärm machen und ausschließlich im Gleiskörper stattfinden. Auf jeden Fall erhalten alle unmittelbaren Anwohner vorab eine Information in ihren Briefkasten, in der die wesentlichen Angaben zur Baustelle enthalten sind. Kurz vor dem Baubeginn versenden wir zudem eine Pressemitteilung, mit der wir dann über die Medien die breite Öffentlichkeit informieren. Hierin gehen wir auch noch mal auf Einschränkungen bzw. Änderungen unseres Betriebs ein. Diese Informationen finden Sie auch auf unserer Website und uns unseren Social Media Kanälen.

Handel und Gewerbe einbinden

Wenn sich zeigt, dass die anstehenden Bauarbeiten auch Handel und Gewerbe vor Ort beeinträchtigen können, suchen wir frühzeitig das Gespräch mit den Unternehmen. Im persönlichen Austausch lassen sich Unklarheiten am besten lösen und manchmal finden wir so auch Lösungen für Probleme. In den vergangenen Herbstferien mussten wir im Rahmen einer Baustelle beispielsweise eine Vollsperrung der Goebelstraße umsetzen. Davon betroffen waren auch Speditionen in der Mainzer Straße und die Darmstädter Brauerei, die große Lieferverkehre in Richtung Autobahn über die Straße abwickeln. Indem wir früh Kontakt aufgenommen haben, konnten die Unternehmen ihre Lieferanten und Transportdienstleister über die Änderung informieren, sodass diese sich rechtzeitig auf die Sperrung und die Umleitung einstellen konnten.

Bürgerreferent als feste Ansprechperson

Für große Baumaßnahmen wie aktuell an der Lichtwiese gibt es mit dem Bürgerreferenten eine feste Ansprechperson, die für die Rückfragen der Anwohner und Anlieger zu den Baumaßnahmen zur Verfügung steht. Das ist eine Besonderheit, die es so bei keinem anderen Verkehrsunternehmen gibt. Der Bürgerreferent steht im ständigen Austausch mit der Planungsabteilung und kann Anregungen oder Beschwerden so zeitnah weitergeben. Beim Bau der neuen Straßenbahnanbindung des TU Campus Lichtwiese gibt es zudem die Besonderheit, dass durch eine wöchentliche Bürgersprechstunde die Möglichkeit besteht, direkt vor Ort ins Gespräch zu kommen (Die Bürgersprechstunde findet aktuell wegen der Corona-Pandemie nicht statt). Dort können Bürger sich an Infotafeln und Plänen direkt einen Eindruck vom geplanten Bauablauf und dem Projekt machen oder auch ihre Anliegen loswerden.

Infostand
Wir informieren Anwohner bei Bürgersprechstunden über Baumaßnahmen

Aber ob große oder kleine Baustelle, für uns ist es wichtig, dass wir im Dialog bleiben: Miteinander sprechen ist besser als übereinander zu sprechen. So erfahren die Anlieger, wie es um die Baustellen steht und wir erfahren, wo wir bei unseren Baustellen noch nachbessern müssen.

Mehr Infos unter www.lichtwiesenbahn.de

3 Gedanken zu “Miteinander sprechen: Bauen im Dialog

  1. Hallo,

    schön dass es diesen Blog jetzt gibt ! Ich begrüße diese Kommunikationsform ausdrücklich !

    Warum wird die Bürgersprechstunde über die neuen Straßenbahnlinie zum TU Campus Lichtwiese nicht hilfsweise elektronisch, per E-Mail oder über die sog. sozialen Medien von HEAG mobilo geführt ?

    Ansonsten weiter so – ich bin stets interessiert an HEAG mobilo.

    Geben Sie Acht auf sich, halten Sie mindestens 1435 mm oder die doppelte bei uns in Darmstadt ortsübliche Spurweite Abstand und bleiben Sie gesund – Ernst–Otto Tetzner
    (ehemals Fahrdienstleiter der HEAG Verkehrs-GmbH)

    1. Hallo Herr Tetzner,

      danke für Ihre Rückmeldung und Ihre Anregung. Diese Woche haben wir zum ersten Mal wieder die Bürgersprechstunde vor Ort durchgeführt. Grundsätzlich bin ich als Bürgerreferent immer per E-Mail oder auch per Telefon erreichbar.

      Viele Grüße vom B-Tor und bleiben Sie gesund!
      Kevin Zdiara

  2. Ich habe heute von einem offenen Brief an den OB gelesen. Leider kenne ich den Inhalt nicht. Trotzdem möchte ich hier einen Kommentar dazu loswerde. Wir sprechen von „einer“ Haltestelle die jetzt keine direkte Anbindung an den Hauptbahnhof hat?
    Nämlich die Haltestelle Merckstadion.
    Wenn dem wirklich so ist, frage ich mich wie denn dann die Griesheimer und Arheiliger es die ganze Jahre ohne diese direkte Anbindung ausgehalten haben. Ich bin „entsetzt wie man es den armen Bewohnern im Bereich Merckstadion so schwer machen will. Ernsthaft frage ich mich sind wir so egoistisch und bequem geworden das wegen einer Haltestelle ein ganzes Konzept geändert werden sollte. Ich hoffe die HEAG bleibt sich treu und sieht diesen offenen Brief nur als Randnotiz
    Übrigens unterstütze ich die Lichtwiesenbahn.
    Mit freundlichen Grüßen
    Jürgen Schott

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